Namensgebung

Die Namensgebung für ein neues Kino ist offenbar eine Geschichte für sich.
Grundsätzlich wollten wir nicht unbedingt ein Kino Rex, Royal, Krone oder ein Palace. Nicht dass diese Namen schlecht wären, aber Manuel Zach und ich waren uns einig, dass es nicht nötig ist, noch ein Rex, ein Royal oder eine Krone mehr in der Schweiz zu haben.

Was wir auch nicht wollten, war ein englischer Name. Immer wieder entnimmt man den Leserbriefen aus den Zeitungen, dass sich viele Leute mit der zunehmenden „Veramerikanisierung unserer Sprache“ nicht anfreunden können. Ausserdem werden die Filme in den ländlichen Kinos meist deutsch synchronisiert gespielt. Also auch kein Grund für einen englischen Namen.

Wie man zum „Kino um die Ecke“ kommt, fällt einem wahrscheinlich erst auf, wenn man die Baupläne und die Lage des Kinos mit seiner Zugänglichkeit sieht. Zuerst empfanden wir es als Nachteil, dass das Kino nicht direkt an der Strasse stehen wird. Dort hätten sicher zahlreiche Autofahrer bei geschlossener Bahnschranke den Blick zum ausgehängten Kinoprogramm schweifen lassen. Manch einem wäre wohl wieder eingefallen, dass er diesen Film auf gar keinen Fall verpassen sollte. Danach kamen wir jedoch zur Ansicht, dass es sich lediglich um einen kleinen Nachteil handelt, wenn das Kino nicht direkt an der Strasse steht. So sind beispielsweise das Kino in Worb und das Kino Krone in Burgdorf erst nach einem kurzen Gang durch eine Passage erreichbar. Dass die beiden Kinos trotzdem schwarze Zahlen schreiben, liegt wohl daran, dass man sich betreffend Kinoprogramm meist in der Zeitung oder übers Internet informiert.
Somit haben wir dann bei der Namensgebung mit der geografischen Lage des Kinos gespielt. Denn um ins Kino zu gelangen, läuft man aus Richtung Bahnhof kommend zuerst einmal am grossen Saal und am Foyer vorbei, bevor man mit einem 90 Grad Schwenker nach links und ein paar weiteren Schritten, vor dem Eingang steht. Kino um die Ecke beschreibt aber nicht nur die Lage, es ist zusätzlich auch ein Wortspiel, welches ans Berndeutsch anlehnt und etwas beschreibt was ganz in der Nähe ist. „Z Chino isch grad ume Egge“, also praktisch vor der Haustür. So wurde aus Etwas, das uns anfänglich als Nachteil erschien, nach unserem Empfinden, ein zeitgemässer Name mit Wortwitz und Doppeldeutigkeit.